U20 WN-Slam Nachbericht vom 16.02.2024

U20 Poetry Slam
März 12, 2024

Am 16. Februar 2024 fand die alljährliche Landesmeisterschaft von Wien und Niederösterreich im U20 Poetry Slam (kurz: U20 WN-Slam 2024) auf Bühne 1 im Dschungel statt. Die Landesmeisterschaft funktioniert anders als der monatliche U20 Slam im Dschungel, denn dieses Mal konnte man sich nicht über eine offene Liste anmelden, sondern sendeberechtigte Poetry Slam-Vereine aus dem Wiener und niederösterreichischen Raum nominierten die Auftretenden. Die Nominierung angenommen haben schließlich sechs Personen, die um den Landestitel verbal kämpften. Im Vorhinein wurde auch das Regelwerk an alle Teilnehmenden übermittelt. Am Finalabend selbst, als alle Mitstreiter*innen ankamen, wurde die Startreihenfolge im Backstage ausgelost, währenddessen wurde eine unabhängige siebenköpfige Jury aus dem Publikum gefunden und gebrieft.

Den Jurymitgliedern wird der Umgang mit ihrer Aufgabe erklärt.

Erste Runde

Begrüßungsworte von den Moderatorinnen Adina Wilcke (links) und BraVe

Adina Wilcke und BraVe moderierten die ausverkaufte U20 WN-Meisterschaft. Poetisch den Abend eröffnet wurde traditioneller Weise durch ein Feature, das außer Konkurrenz auftritt. Dieses Mal war das Feature das Slam-Team Brave Blue World, bestehend aus Gabo und BraVe. Sie sprachen über dieses eine nervige Pärchen, das wir alle kennen, das voneinander die Sätze in Babysprache vervollständigt. Irgendwie kam ihnen die Beschreibung bekannt vor… Gabo und BraVe nahmen bei der gleichen Meisterschaft 2020 als Einzelpersonen teil, also wer weiß, wer von dem diesjährigen Line-Up ein Slam-Team untereinander gründet – die Zukunft wird es weisen. Die noch präsente Vergangenheit bescherte uns eine fantastische Meisterschaft: 

Sophie (U20 Slam Wien): Sophie spinnt aus ihren Gedankenfäden schwarze Wolle. Doch auch mit dieser kann man stricken. Durch ihr Overthinking fühlt sie sich oft wie ein schwarzes Schaf, in einer Gesellschaft, wo jede Person nur muss und keine mehr kann. 

Paula (U20 WN-Slam 23): Paula lädt zum Mitmachen ein. Hurra, hurra, der blaue Kobold ist da, nicht mehr ganz so unsichtbar versammelt er eine ganze Menschenschar, die heimlich ihre Stöcke spitzt, bis er an der Macht sitzt.

Maxi (FOMP): Zwischen Gesprächen über Frust auf Fußballvereine und seiner Suche nach der Einen kann sich Maxi kaum Orte, wo er lieber sein möchte, vorstellen als bei Familienfeiern. Trotz all der unangenehmen Situationen hat er sie am Ende vor allem eines – gerne.

Niklas Berger (Stille Post Poetry Slam): Niklas ist der wahre letzte Romantiker, als er ein Liebesgedicht mit dem Titel  „Du” präsentiert. Selbst nach all den Rückschlägen, gibt er die Hoffnung nicht auf und ist immer noch auf der Suche nach  „ihr”.

Anja Knafl (Stille Post Poetry Slam): Anja sieht sich in der Ambiguität eines Felsen in Island wieder. Zum einen gibt es eine schöne, präsentable Seite und zum anderen eine hässliche, der Welt Abgewandte. Niemand darf je ihre schlechte Seite sehen, oder vielleicht doch, wenn sie die Kraft dazu findet… 

Lou Paulsen (Slam’md): Lou spricht sich gegen die letzten politischen Bewegungen in Deutschland und Österreich aus – gegen rechts, gegen Diskriminierung und für Solidarität mit Opfern davon. 

Nach jedem Auftritt werden die Jurywertungen eingeholt.

Die drei Punktestärksten durften in der zweiten Runde, dem Finalen Stechen, weiterhin um den Titel der Landesmeisterschaft wortgewandt ringen. Um das Ergebnis den Kandidat*innen mitzuteilen und eine Startreihenfolge auszulosen, gab es eine Pause von 15 Minuten.

Zweite Runde – Finales Stechen

Anja Knafl (Stille Post Poetry Slam): Anja erzählt von einem idealen Paar, das wie zwei Puzzlestücke einfach perfekt zusammenpasst. Doch über die Zeit fühlt sich die Bindung wie ein Zwang an, wenn man nicht mit und schon gar nicht ohne kann. Wie trennt man sich vom eigenen Spiegelbild?

Maxi (FOMP): Hat leider seinen Text vergessen, konnte uns aber völlig „spontan” reimend und erstaunlich akribisch von der Entstehung des Textes erzählen: Ein junger Da Vinci stieß damals auf eine Maschinenhexe im Wald, die ihn mit einem mächtigen Fluch belegte. Ihr fieser Besenritt konnte durch eine selbstverschuldete Bruchlandung gestoppt werden.

Paula (U20 WN-Slam 23): Mit 18 wird es langsam Zeit für eine Autobiografie, sie war schon im Kindergarten anders, weil ihre Geburtstagstorte nach Kornspitz schmeckte. Doch jetzt teilt sie ihr Studentenfutter und ihre Demo-Schilder mit Gleichgesinnten, mit denen sie  früher schon lieber Nussi anstelle von Knabbernossi geknabbert hat.

Die Stars des U20 WN-Slams erhalten vor der Ergebnisverkündung den lautesten Applaus des Abends.

Nachdem allen Texten gelauscht wurde, die Jury die letzten Punkte an Paula vergab, wurde der Moderation ein goldener Umschlag übergeben, in dem das Ergebnis stand. Dritter Platz ging an Anja Knafl, zweiter Platz an Maxi und der erste Platz an Paula. Damit konnte sie erfolgreich ihren Titel vom Vorjahr verteidigen und darf sich Landesmeisterin von Wien und Niederösterreich im U20 Poetry Slam 2024 und 2023 nennen. Da es ihr Alter zulässt, ist sie somit für den U20 WN-Slam 2025 nominiert. Ob Paula die Nominierung annimmt, gilt nächsten Februar herauszufinden. Gewonnen hat sie neben Ruhm und Ehre, einen bestickten Polster, den  „Wanderpokal” in Form eines Babylätzchens, das von den Gewinner*innen mit ihren Auftrittsnamen jeweils selbst bestickt wird und vor allem das Ticket für die Teilnahme an der österreichweiten Meisterschaft im U20 Poetry Slam, dem U20 Ö-Slam 2024. Unsere Glückwünsche gehen, abgesehen an Paula, an alle Auftretenden, die mit ihren Auftritten und Texten für einen so vielfältigen Abend sorgten. 

Paula wird als Siegerin „gekrönt”. In U20 Poetry Slam-Manier bedeutet das, dass sie das Lätzchen feierlich umgehängt bekommt.

Schnappschüsse zu allen Auftretenden

Beitragsbeschreibungen: Elena Sarto und Gabo

Verfasst von: BraVe

Fotos von: Petra Weixelbraun

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